Ausbildung zum Lehrer

Ausbildung zum Lehrer

Noch bis in das späte 19. Jahrhundert hinein galt der Beruf des Schullehrers als eher zweitrangig, wenig angesehen, und bekleidete auch keine bundesweit einheitlich geregelte Position. Erst mit Ende des ersten, und später des zweiten Weltkrieges gewann der Lehrerberuf massiv an Stellenwert, was nicht zuletzt auch den deutlich ansteigenden Geburtsraten nach Kriegsende und Wirtschaftswunder, und dem damit einhergehenden Mehrbedarf an qualifizierten Lehrkräften zu Vorbereitungszwecken auf die spätere Ausbildung, zu verdanken ist – das Verständnis von Lehrer und Schüler wurde sowohl in der Öffentlichkeit wie auch auf staatlicher Ebene aufgewertet und neu bewertet. Fortan sollte der Deutsche Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen (1953) unter dem Begriff des Bildungsplanung die bundesstaatliche Kulturhoheit, und damit die rein auf Landesebene geregelte Ausbildung zum Lehrer, gewissermaßen standardisieren.

Die Ausbildung zum Lehrer heute

Die Ausbildung zum Lehrer findet überwiegend bundeseinheitlich an Hochschulen statt, wird im Detail jedoch weiterhin durch die Bundesländer unterschiedlich ausgelegt, insbesondere was die Anzahl und Dauer der Berufspraktika sowie der Zugangsvoraussetzungen zum Lehrerberuf anbelangt. Dabei wird die Ausbildung zum Lehrer auf zweierlei Wegen realisiert, der einphasigen oder der zweiphasigen Lehrerausbildung. Bei der Ausübung des Lehrerberufs unterscheidet man indes zwischen der Tätigkeit im Staatsdienst (Beamtenverhältnis) und dem Angestellten im öffentlichen Dienst. Als Lehrer im Staatsdienst werden das erste und zweite Staatsexamen vorausgesetzt, wobei während der Ausbildung zum Lehrer ein Fachstudium von zumeist zwei Unterrichtsfächern stattfindet. Bis auf das Gymnasiale Lehramt, dessen Fokus auf den Fächern liegt, überwiegt bei fast jeder Ausbildung zum Lehrer der erziehungswissenschaftliche Aspekt.

Kritik und Besonderheiten der Ausbildung zum Lehrer

Mit dem ersten Staatsexamen wird der universitäre Teil abgeschlossen; es folgt das zweite Staatsexamen, auch Vorbereitungsdienst oder Referendariat (höherer Dienst) genannt. Kritisiert wird weiterhin die praxisferne der Ausbildung zum Lehrer, was nicht selten dazu führt, dass Anwärter und angehende Lehrkräfte noch lange während ihrer Ausbildung zum Lehrer die spätere Tätigkeit und die damit einhergehenden Faktoren unterschätzen, und somit ins „kalte Wasser“ geworfen werden.

Eine Besonderheit der Ausbildung zum Lehrer ist die staatliche und bundesstaatliche Tendenz, in Krisenzeiten erhöhten Lehrermangels eigenverantwortlich und autonom auch Lehrkräfte einzustellen die über kein Staatsexamen verfügen. Diese Quereinsteiger oder Seiteneinsteiger können aus fachnahen Berufszweigen kommen und bswp. Hochschulabsolventen mit mehrjähriger Praxiserfahrung darstellen – der Zugang wird mit Deckung des Mangels an Fachpersonal wieder geschlossen.

Die Besoldung sowie die Einstellungskriterien und Auswahlverfahren werden auf bundesspezifischer Ebene geregelt.