Der Weg zum Nachhilfelehrer

NachhilfeleherDie Nachfrage nach Nachhilfestunden und -kursen steigt. Rund 60 % der Nachhilfeschüler entfallen auf das Fach Mathematik. Bis zu jeder vierte Schüler nimmt mittlerweile Nachhilfestunden in Anspruch, sei es parallel zum Unterricht oder in den Ferien zur Nach- und Vorbereitung. Die höchste Quote der Nachhilfeschüler gibt es einer Studie der Bertelsmann-Stiftung vom Januar 2016 zu Folge in Berlin. Hier nimmt rund ein Drittel der Schüler Nachhilfe in Anspruch. Dafür ist nicht nur die Verkürzung des Abiturs auf 12 Jahre (G12), sondern auch der Ehrgeiz seitens der Lehrer (und vereinzelt der Schüler) nimmt zu. Dies hat zur Folge, dass Fachkräfte für die Vermittlung des Lernstoffes gesucht werden. Die Stundenlöhne schwanken je nach Qualifikation stark und liegen üblicherweise zwischen 10 und 50 Euro. Wie hoch der Stundenlohn ist, hängt auch davon ab, ob der Nachhilfelehrer selbstständig oder bei einem Nachhilfeinstitut angestellt ist. Hinzu kommt die Frage nach der Größe der Unterrichtsgruppe. Einzelunterricht ist zwar für den einzelnen Schüler teurer, aber aus Sicht eines Nachhilfelehrer sind kleine Gruppen oftmals lukrativer. Doch wie wird man überhaupt zum Nachhilfelehrer? Nachhilfelehrer ist in Deutschland kein staatlich geregelter Ausbildungsberuf, so dass es nicht den „einen Weg“ zu diesem Beruf gibt. Hier gibt es verschiedene Wege, die wir im Folgenden kurz vorstellen möchten.

Eine Möglichkeit ist, dass regulär unterrichtende Lehrer in ihrer Freizeit zusätzlich Schüler in ihren  Lehrfächern unterrichten. Dies hat für die Schüler den Vorteil, dass Experten die Nachhilfe übernehmen, die aus eigener Erfahrung bereits wissen, worauf die Lehrer in der Schule besonderen Wert legen – und vielleicht auch, an welchen Punkten die meisten Fehlern gemacht werden. Ergänzt wird dies durch entsprechende Unterrichtsmaterialien, die die Lehrer aus ihrem Unterricht mitbringen können und nicht speziell konzipieren müssen. Hinzu kommt, dass Lehrer über Erfahrungen in der Didaktik verfügen, also Erfahrungen darin, ihren Nachhilfeschülern den Unterrichtsstoff altersgemäß zu vermitteln. Auch Lehramtsstudenten sind eine häufige Gruppe unter den Nachhilfelehrern. Fachlich stehen sie den Lehrern in nichts nach und auch, wenn es ihnen vielleicht noch die Erfahrung mangelt, haben sie den Vorteil, unverbraucht und unvoreingenommen an die Materie heranzugehen. Darüber hinaus ist diese Gruppe besonders motiviert dabei, was sich schnell auf den Nachhilfeschüler überträgt.

https://preply.com/de/Neben diesen beiden Gruppen, die bereits aus der „Branche“ stammen können aber auch Menschen, die eigentlich nichts mit dem Lehramt zu tun haben, als Nachhilfelehrer tätig werden. Im Falle von Sprachen können dies Muttersprachler sein, für Naturwissenschaften Akademiker oder einfach Menschen aus der Praxis, die die Inhalte, die sie vermitteln, idealerweise in ihrem Alltag nutzen. Bei der Nachhilfe kommt es jedoch nicht nur darauf an, dass die Inhalte vom Nachhilfelehrer aus dem Effeff beherrscht werden. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass dieser auch in der Lage ist, diese dem Nachhilfeschüler so zu vermitteln, dass er sie versteht und nutzen kann. Die didaktischen Fertigkeiten des Nachhilfelehrers spielen entsprechend eine große Rolle. Ein Teil hiervon mag Begabung sein, doch können Techniken und Methoden erlernt werden.

Gerade werdende Nachhilfelehrer, die nicht im Studium und Alltag mit didaktischen Methoden in Kontakt kommen, sollten sich hier gewisse Grundkenntnisse aneignen. Dabei ist Didaktik ein weites Feld, das u.a. Aspekte wie Motivation der Schüler, Lerntechniken, Unterrichtsmethoden, Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und natürlich den Ablauf einer Unterrichtsstunde umfasst. In der Forschung hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan und neue Erkenntnisse der Didaktik wurden gewonnen. Um die Effektivität der Nachhilfe zu erhöhen, empfiehlt es sich für werdende Nachhilfelehrer, diese neuen Erkenntnisse zu nutzen. Verschiedene Einrichtungen bieten Ausbildungen zum Nachhilfelehrer an, die didaktische Kenntnisse sowie vielfach zusätzliche Inhalte wie Lernpsychologie vermitteln. Je nach Umfang kann so eine Ausbildung von 3 Monaten bis mehr als ein Jahr dauern. Welche Voraussetzungen für Ausbildungslehrgänge zum Nachhilfelehrer erforderlich sind, unterscheidet sich ebenfalls von Institut zu Institut. Manchmal wird pädagogische Grunderfahrung (z.B. Erziehungswissenschaftler) verlangt, manchmal genügt es, wenn die fachlichen Kenntnisse vorhanden sind und der Rest wird im Laufe der Ausbildung erarbeitet.

So eine Ausbildung ist in den meisten Fällen sinnvoll, da so die Effektivität der Nachhilfe gesteigert werden kann. Und die Leistungskontrolle bzw. Erfolgsmessung für Nachhilfelehrer ist eindeutig: Verbessern sich die Noten des Nachhilfeschülers und ist dieser zufrieden, werden die Eltern das Investment als sinnvoll ansehen und die Nachhilfestunden fortsetzen – ist dagegen keine Verbesserung feststellbar, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass stattdessen ein anderer Nachhilfelehrer gesucht wird, der größeren Erfolg verspricht.

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