Oder doch Lehrer…?

In Deutschland herrscht Lehrermangel. Jeder zweite Lehrer ist bereits älter als 50 Jahre; die Pensionierungswelle rollt und wird in den kommenden Jahren noch mehr Plätze unbesetzt lassen, denn es gibt viel zu wenig Lehrernachwuchs für die deutschen Schulen. In Zeiten der Wirtschaftskrise und mangelnder Jobangebote ist das überraschend, denn Lehrer ist ein sicherer und gut bezahlter Job. Vielleicht ist der Grund für das fehlende Interesse in einem falschen Bild von diesem Beruf zu suchen, das viele Lehrer leider selbst im Schulalltag vermitteln. Denn viele Erwachsene erinnern sich nur mit Grausen an ihre eigene Schulzeit.

 

Neue Lehrer für eine neue Generation von Schülern

 

Ob der Unterricht Spaß macht, hängt ganz davon ab, wie er gestaltet wird. Mangelnde Begeisterung für den Schulstoff liegt oft nicht nur am Inhalt: ein Lehrer muss sein Wissen auf eine Weise vermitteln, die den Ansprüchen seiner Schülergeneration gerecht werden. Und die sind im Zeitalter der neuen Medien und des Internets gestiegen. Gleichzeitig stehen einem Lehrer heute Möglichkeiten offen, die vor zwanzig Jahren noch unbekannt waren. So findet er auf modernen Internetplattformen wie z. B. meinUnterricht.de ein ständig aktualisiertes Angebot von Arbeitsmaterialien, mit denen der Unterricht für alle Jahrgangsstufen ansprechend gestaltet werden kann.

 

Wer mitmacht, lehrt besser

 

Wenn man die Routine der Schulstunden aufbrechen will, ist es unerlässlich, die Schüler durch interaktive Elemente im Unterricht zum Mitmachen zu animieren. Dann können sich Schüler ebenso wie Lehrer verstärkt selbst im Unterricht mit einbringen. Projektwochen, Klassenspiele, selbstständige Arbeitsorganisation mit dem Wochenplan erzeugen Interesse für die vermittelten Inhalte und erhöhen langfristig die Aufnahmebereitschaft der Schüler für Neues. Wer als Lehrer Einsatz und Begeisterung zeigt, steckt damit auch seine Klasse an.

 

Freie Stellen im sonnigen Südwesten

 

Man muss sich also lediglich von der überholten Vorstellung des langweiligen Frontalunterrichts verabschieden, und plötzlich wirkt der Beruf des Lehrers sehr attraktiv. Ein Beruf mit glänzenden Perspektiven ist es ohnehin, denn der Bedarf an Lehrkräften wird in den nächsten Jahren noch steigen. In Baden-Württemberg ist die Lehrerkrise schon jetzt so dramatisch, dass das Land Nachwuchskräfte aus Berlin mit der Aussicht auf Verbeamtung abzuwerben versucht. Da sollten motivierten jungen Kräften aus der Hauptstadt wirklich die Ohren klingeln, schließlich ist Berlin auch die Hauptstadt der prekären Beschäftigungsverhältnisse: etwa 100 000 Berliner in Vollzeitbeschäftigung haben ein geringeres Einkommen als 1200 Euro brutto, dazu müssen tausende Freelancer gerechnet werden, die gar nicht erst erfasst werden und oft noch weniger verdienen.

 

Wer also noch am Anfang seiner Ausbildung steht und Lust hat, sein Leben lang dazuzulernen, sollte sich vielleicht für einen Beruf mit Zukunft und Sommerferien entscheiden.